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Hochwertige Krankenhausversorgung in Stadt und Landkreis Schweinfurt

CSU-Kreisverband lud zu zwei Informationsgesprächen ein

SCHWEINFURT – Im Zusammenhang mit der geplanten Veränderung der Krankenhauslandschaft in Schweinfurt fanden auf Einladung des CSU-Kreisverbandes seit Oktober 2022 zwei Informationsgespräche mit der Führungsspitze der CSU statt. Martin Stapper (Kongregation der Schwestern des Erlösers) und Jürgen Winter (Leopoldina-Krankenhaus) nahmen Stellung zum sog. Schweinfurter Modell. Als Trägervertreter des Leopoldina-Krankenhauses nahm auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé an dem Gespräch teil. Stapper und Winter erläuterten Hintergrund und angedachtes Prozedere zum Verbundprojekt der beiden Schweinfurter Krankenhäuser. Sie stellten aus ihrer Sicht dar, dass in mehreren Gesprächen, mit dem Staatsministerium, viel Unterstützung für das Vorhaben signalisiert worden sei, wenngleich das Ministerium die konkrete Ausgestaltung in der Verantwortung der vor Ort verantwortlichen Entscheider sehe.

Das Schweinfurter Modell zielt darauf ab, die hochwertige Krankenhausversorgung in Stadt und Landkreis Schweinfurt auf die geänderten Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft sowie auf die Entwicklungen in der Medizin und der Krankenhauspolitik anzupassen.

Martin Stapper machte dabei deutlich, dass es gerade der Kongregation der Schwester der Erlöser darum gehen soll, weiterhin als Gesundheitsversorger in Schweinfurt aktiv zu sein. Das Leopoldina-Krankenhaus war dabei Wunschpartner für einen potenziellen Gesundheitsverbund. Jürgen Winter hob hervor, dass in den aktuellen Überlegungen stets das Wohl der Patientinnen und Patienten als auch die Versorgung der Bevölkerung in der Region Schweinfurt zum Maßstab der Planungen gemacht wurde. So werde sich auch die Notfallversorgung durch eine Zentralisierung nicht verschlechtern, so Jürgen Winter weiter. Zahlreiche

Kliniken in Bayern, die dem Leopoldina-Krankenhaus vergleichbar sind, stemmen schon heute diese Aufgabe.

Landtagsabgeordneter und Kreistagsmitglied, Gerhard Eck, forderte, dass die geplante Restrukturierung der Krankenhausversorgung am Ende der Bevölkerung dienen muss, insbesondere mit Blick auf eine sichere Notfallversorgung. Die

Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Gabriele Jakob, stellte klar, dass es zunächst die unternehmerische Entscheidung der Krankenhausträger ist, wie sie die beiden Kliniken für die Zukunft aufstellen. Allerdings, so die Kommunalpolitikerin, darf die Kooperation der beiden Kliniken nicht zulasten der Geomed Kreisklinik in Gerolzhofen gehen und verwies auf die bereits enge Zusammenarbeit zwischen dem Leopoldina und Geomed.

Nach Abschluss des Veränderungsprozesses, so versicherten die Verantwortlichen der beiden Krankenhäuser, werde man im Verbund gegenüber heute ein erweitertes Leistungsspektrum sowohl im stationären als auch im ambulanten Versorgungsbereich zukunftssicher anbieten können. Räumlich sei das Leopoldina-Krankenhaus schon heute in Lage eine deutlich höhere Anzahl von Patienten in seiner zentralen Notaufnahme zu versorgen. Nach der geplanten Übergangsphase werde man auch die entsprechende Anzahl von qualifizierten Mitarbeitenden und Mitarbeiter beschäftigen.

Martina Gießübel, Kreisrätin und CSU-Landtagskandidatin, betonte, dass ihr die Einbindung der Mitarbeitervertretung ein wesentliches Anliegen ist. Hierbei verwies sie auf eine an sie herangetragene Unzufriedenheit. Die Verantwortlichen stellten dar, dass man hier umgesteuert habe und künftig noch mehr auf einen partizipativen Ansatz setze.

Insgesamt konnte ein guter Überblick in konstruktiv-kritischer Atmosphäre zum aktuellen Stand des Krankenhausverbundes gegeben werden.

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Nachhaltige Flächennutzung: Bayerischer Gemeindetag zu Gast im Landratsamt Schweinfurt

Rund 50 Vertreter der Gemeinden des Landkreises Schweinfurt wappnen sich für Veränderungen in der Siedlungsentwicklung

Landkreis Schweinfurt. Die zunehmend sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels und der extensiven Flächennutzung machen sich auch in Deutschland immer stärker und häufiger bemerkbar. Ein prägendes Ereignis waren beispielsweise die verheerenden Überschwemmungen im Ahrtal im Jahr 2021. Auch im südlichen Landkreis Schweinfurt kam es 2021 zu Überschwemmungen, die zwar weniger schwerwiegend waren, aber dennoch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche Einsatzkräfte tagelang forderten.

In diesem Zusammenhang setzt sich auch auf kommunalpolitischer Ebene die Erkenntnis durch, dass der Umgang mit der Versiegelung von Flächen überdacht werden muss. Den Herausforderungen einer nachhaltigen und flächeneffizienten Entwicklung möchte sich der Landkreis Schweinfurt gemeinsam mit allen ILE-Regionen und Gemeinden stellen. Aus diesem Grund sind umfangreiche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen vorgesehen, die unter anderem auch Themen aus den Bereichen Klimaschutz und ökologische Verträglichkeit aufgreifen.

Vortrag des Bayerischen Gemeindetages gibt Impulse zum nachhaltigen Bauen

Das Regionalmanagement des Landkreises Schweinfurt lud im Januar mit Unterstützung des Schweinfurter Kreisverbandes des Bayerischen Gemeindetages, vertreten durch den Kreisverbandsvorsitzenden und Stadtlauringer Bürgermeister Friedel Heckenlauer, zu einem Vortrag mit Mathias Simon ein. Simon ist Experte für Baurecht und Landesplanung des Bayerischen Gemeindetags. Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Titel „Nachhaltigkeitstransformation in der Siedlungsentwicklung: Guter Wohnraum, Klimaanpassung und Innenentwicklung im Bauplanungsrecht“ stand die Auseinandersetzung mit baurechtlichen Fragen im Hinblick auf ein flächensparendes Bauen. Der Einladung folgten rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden, darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Mitarbeitende aus den Verwaltungen sowie Gemeinderatsmitglieder.

Der Referent und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten dabei unter anderem die Frage, wie Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Gebäuden dazu motiviert werden können, den potenziellen Wohnraum wieder auf dem Markt zur Verfügung zu stellen. Als Kernaussage stellte Mathias Simon fest, dass ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft nötig sei, der zunächst in den Gemeinderäten beginnen müsse. Den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sprach er deshalb die Empfehlung aus, zu Beginn einer neuen Wahlperiode in eine gemeinsame Klausurtagung zum Thema mit allen gewählten Gemeindevertretern zu gehen.

„Alle Gemeinden in unserem Landkreis stehen vor dieser Herausforderung. Sie haben das Problem erkannt und arbeiten an Lösungen“, sagt Landrat Florian Töpper. „Unser Regionalmanagement unterstützt sie dabei und wir können es gemeinsam schaffen, den Wandel zu vollziehen.“ Er dankte allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt auch in dieser Angelegenheit.

Gemeindeverwaltungen sind gewappnet für zukünftige Herausforderungen

Im Anschluss an den Fachvortrag trafen sich das Regionalmanagement und die sogenannten Innenentwicklungslotsen zum Austausch. Jede der 29 Landkreisgemeinden wird durch eine Lotsin oder einen Lotsen vertreten, welche oder welcher die erste Ansprechperson für alle Bürgerinnen und Bürger rund um das Themenfeld Innenentwicklung ist. Das Regionalmanagement stellte die aktuellen Projekte zur Siedlungsentwicklung vor und nahm dabei insbesondere Rückmeldungen und Anregungen zum Innenentwicklungskonzept auf, das derzeit überarbeitet wird. Im gemeinsamen Austausch zeigte sich, dass die Gemeinden auf engagierte Verwaltungen setzen können, die sich für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet sehen.

Das Regionalmanagement des Landkreises Schweinfurt steht als Ansprechpartner zum Thema Innenentwicklung für alle Interessierten – von den Gemeinden und ihren Verwaltungen bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern – gerne zur Verfügung und stellt die aktuellen und zurückliegenden Projekte auf der Landkreis-Homepage unter www.landkreis-schweinfurt.de/innenentwicklung bereit.

Im Bild (von links): Friedel Heckenlauer (Kreisverbandsvorsitzender Schweinfurt des Bayerischen Gemeindetages und 1. Bürgermeister Markt Stadtlauringen), Mathias Simon (Referent des Bayerischen Gemeindetages), Bettina Bärmann (stellvertretende Landrätin und 1. Bürgermeisterin Gemeinde Niederwerrn) mit Landrat Florian Töpper.

Foto: David Wald/Landratsamt Schweinfurt

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Verabschiedung des Hofheimer Bürgermeister Borst

HOFHEIM – Nach 18 Jahren nimmt der Hofheimer Bürgermeister Wolfgang Borst seinen Hut und übergibt sein Amt an Nachfolger Alexander Bergmann. Vieles hat der 70-Jährige in seiner Amtszeit geleistet – vor allem auch für den Tourismus- und die Freizeitwirtschaft von den Haßbergen bis in den nördlichen Steigerwald.

Wolfgang Borst hat sich jahrzehntelang im Vorstand und auch in den Mitgliedsversammlungen des Vereins Haßberge Tourismus engagiert. Dadurch hat er die positive Entwicklung der Tourismus- und die Freizeitwirtschaft in der Region entscheidend beeinflusst. „Er war einer derer, die das touristische Potenzial unserer Heimat vorangebracht haben und der erkannt hat, dass wir – auch der Landkreis Haßberge mit all seinen Kommunen und Gemeinden – gemeinsam stärker sind. Mit seiner Unterstützung wurden viele Maßnahmen, besonders in der Stadt Hofheim i. Unterfranken und im Hofheimer Land sowie Deutschen Burgenwinkel umgesetzt.“

Mit seiner Initiative wurde 2008 die Allianz Hofheimer Land gegründet, die es sich als Ziel gesetzt hat, die Ortskerne als Zentren des sozialen und kulturellen Lebens zu stärken. Auch die Aufwertung der historischen Ortskerne unter Verwendung regionaltypischer Baustile und Materialien mit dem Schwerpunkt auf Bestandsimmobilien waren Wolfgang Borst wichtig. Seit 2014 hat der Verein Haßberge Tourismus e.V. im historischen Ortskern der Stadt Hofheim i. Unterfranken im Interkommunalen Bürgerzentrum, direkt am Marktplatz, seinen Sitz und bündelt von hier aus die Tourismusarbeit für die Region.

Er unterstützte tatkräftig weitere touristische Initiativen wie die Entwicklung des Deutschen Burgenwinkels, den Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes, die Inwertsetzung des historischen Rennwegs, den Mountain-Bike Trail in Goßmannsdorf, die Ansiedlung des Seminarzentrums Bettenburg und des Landhotel Rügheim. Er befürwortete die Erweiterung der Rundwanderwege und trieb die Qualitätsverbesserung des Burgen- und Schlösserwanderwegs voran. Ebenso setzte er sich für die Entwicklung und Umsetzung des vor kurzem fertig gestellten E-Themenrad Projektes ein. All diese Dinge haben die Freizeit- und Tourismuswirtschaft entscheidend vorangebracht und dazu beigetragen den Tourismus, als zukunftsträchtigen Wirtschafts- und Standortfaktor auch im Wettbewerb um Arbeitskräfte zu stärken.

Doch auch, wenn sich Wolfgang Borst nun in den Ruhestand verabschiedet, wird er sich weiter für seine Heimat engagieren. Der CSU-Politiker bleibt bis Ende 2024 Vorsitzender der Hofheimer Allianz e.V. und bis 2026 Mitglied im Kreistag.

Foto (von links):

Susanne Volkheimer (Geschäftsführerin Haßberge Tourismus), Wilhelm Schneider (Landrat Haßberge und 1. Vorsitzender Haßberge Tourismus), Wolfgang Borst (Bürgermeister Hofheim).

Fotografin Moni Göhr/Landratsamt Haßberge

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Eine „Neue Ortsmitte“ für Niederwerrn

Niederwerrn – Endlich bekommt Niederwerrn eine Ortsmitte mit Café, Räume zum Feiern, einem Museum und ein Energiehaus. Jeder der Niederwerrn kennt weiß in Niederwerrn kann man gut wohnen, aber als Ort als Ortsgemeinschaft fehlt die Ortsmitte so wie in anderen fränkischen Dörfern.

Natürlich soll auch um den Maibaum getanzt werden in der neuen Niederwerrner Mitte, für die Kirchweih ist der Ort dann doch zu klein. Das Energiehaus versorgt die Anlage und kann auch besichtigt werden.

Ein neues Bürgerzentrum mit Café und eine »Energiescheune« als Bausteine für eine neue Ortsmitte im unterfränkischen Niederwerrn: Bereits seit einigen Jahren ist die Gemeinde Niederwerrn in besonderem Maße aktiv, um dem »Aussterben« des Altortes entgegenzuwirken. An seiner Schnittstelle zu dem im Osten gewachsenen Siedlungsgebiet entsteht nach zielgerichtetem Ankauf von Immobilien seitens der Gemeinde und dank eines weitsichtigem wie nachhaltig wirkenden Nutzungskonzepts derzeit eine räumliche wie funktionale Verbindung. Zwischen Gemeindebibliothek, Hugo-von-Trimberg-Schule und Seniorenheim ergänzt zukünftig am alten Dorfpfad die »Neue Mitte« das Ortsbild. Zusammen mit dem Neubau des Bürgerzentrums mit Café und Bürgersaal bildet ein zum Museum umgebautes und erweitertes historisches Wohnhaus das Ensemble. Und mit der »Energiescheune« entsteht nach Umbau in der historischen fränkischen Scheune als Außenstelle der »Bauhütte Obbach« der Nachbargemeinde Euerbach ein Informationszentrum für nachhaltige Energiekonzepte: Die technischen Anlagen zur Energieerzeugung für Bibliothek und Neubau bleiben für interessierte Bewohner und für Fachpublikum sichtbar.

Mit dem Neubau des Bürgerzentrums setzt die Gemeinde ein klares Zeichen für Kreislaufwirtschaft in der Baubranche: Sämtliche Betonbauteile des westlichen Gebäuderiegels sowie Fundament und Sockelgeschoss des östlichen Holzhybridbaus bestehen aus Recyclingbeton, der aus dem rund 50 Kilometer entfernten Betonwerk LZR Lenz-Ziegler-Reifenscheid in Kitzingen angeliefert wird. Auch der hierfür aufbereitete Beton stammt aus unmittelbarer Nähe. In der »Neuen Mitte« findet sich die in den Sechzigerjahren errichtete und 2019 rückgebaute Talbrücke Rothof bei Würzburg wieder.

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DGB Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wollen starke Renten zum Landtagswahlthema machen

Matthias Ziegler: „Nur Gute Arbeit bringt auch gute Renten hervor.“ Bad Neustadt. 

Aufgrund neuester Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sieht der DGB Ortsverbands Rhön-Grabfeld weiteren Handlungsbedarf zur Stärkung der gesetzlichen Rente. Demnach kamen Männer, die 2021 im Landkreis Rhön-Grabfeld erstmals eine Altersrente bezogen haben, auf durchschnittlich 1.2831 Euro pro Monat und lagen damit 30 Euro unter der durchschnittlichen Rente im unterfränkischen Vergleich. 

Frauen mussten im Schnitt mit 808 Euro auskommen und liegen damit deutlich unter der bayerischen Armutsgefährdungsschwelle von zuletzt 1.236 Euro im Jahr 2021. Einschlägige Ökonomen und Arbeitgeberlobbyisten fordern dieser Tage wieder Leistungskürzungen in der gesetzlichen Rente – wahlweise verbunden mit immer gleichen Forderungen nach einer Rente erst ab 69 oder gar 70 Jahren.

 Diesen lebensfremden Forderungen erteilt der DGB Ortsverband Rhön-Grabfeld eine klare Absage.“ Weitere Leistungskürzungen und die Erhöhung des Renteneintrittsalters sind mit uns nicht zu machen. In dieser Frage wissen wir die große Mehrheit der Arbeitnehmerschaft hinter uns!“, so Matthias Ziegler, Vorsitzender des DGB Ortsverbands Rhön-Grabfeld. Im bundesweiten Vergleich liegen die Bezüge der Rentnerinnen im Landkreis Rhön-Grabeld in Höhe von nur 808 Euro ganze 68 Euro unter dem Durchschnitt. In Bayern beträgt die Rente bei den Frauen 833 Euro, auch hier zeigt sich eine Differenz.

„Nur Gute Arbeit bringt auch gute Renten hervor. Niedriglöhne und atypische oder prekäre Erwerbsformen schmälern die Chance auf ein gutes Auskommen im Alter. Bestehende Fehlanreize wie etwa Minijobs sind daher konsequent umzubauen und in das System der sozialen Absicherung zu integrieren. 

Der Niedriglohnsumpf – einer der größten in Europa – ist trockenzulegen. Hierzu braucht es als Sofortmaßnahme dringend ein bayerisches Tariftreue- und Vergabegesetz“, so Matthias Ziegler. „Das wäre auch ein vernünftiger Beitrag, um die nach wie vor extremen Geschlechterunterschiede in der Rente einzuebnen.“ Darüber hinaus braucht es auch Änderungen im Rentensystem selbst, um Altersarmut zu verhindern. „Unser Ziel bleibt der Umbau hin zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die auch Selbstständige oder Politiker*innen einbezahlen. 

Zudem muss das Rentenniveau weiter stabilisiert und in einem zweiten Schritt wieder deutlich auf mindestens 50 Prozent angehoben werden. Allen Landtagskandidat*innen in Unterfranken werden wir bei den „Heißen Stühlen“ des DGB auf den Zahn fühlen, wie diese sich den Arbeitsmarkt der Zukunft und damit die Basis für eine gute Alterssicherung vorstellen“, so DGB Regionschef Frank Firsching abschließend. Weitere aktuelle Zahlen und Fakten zur Situation der Rentnerinnen und Rentner im Freistaat finden Sie im neuen Rentenreport 2023 des DGB Bayern. Dieser kann hier heruntergeladen werden.

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Warme Worte reichen nicht

Die Beschäftigten des WSA Main übergeben Forderungen

Die erste Verhandlungsrunde des öffentlichen Dienstes am Dienstag verlief enttäuschend. „Die Arbeitgeber hatten nicht mehr als warme Worte für die Beschäftigten, aber kein Angebot“, kritisiert Marietta Eder, Geschäftsführerin ver.di Schweinfurt. „Bei der historisch hohen Inflation im letzten Jahr und wohl auch in diesem, wollen wir einen Ausgleich“, so die Beschäftigten. Jede und jeder merkt, dass die gestiegenen Preise große Löcher in die Haushaltskassen gerissen haben. „Einige Kolleginnen und Kollegen, insbesondere die mit mittleren und niedrigerem Einkommen, fragen sich, wie sie Tanken, Lebensmittel und Energie weiterbezahlen sollen.“

Die Mehrheit der Beschäftigten hat deshalb mit ihrer Unterschrift deutlich gemacht: wir stehen hinter dieser Forderung. „Wir machen gemeinsam Druck, damit wir unser Ziel erreichen“, so die Beschäftigten. „Wir haben uns vor Ort hier in Schweinfurt getroffen, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Wir setzen uns für ein Plus von 10,5 Prozent mindestens 500 Euro ein. Über 350 Beschäftigte von Aschaffenburg bis Schweinfurt, und damit eine deutliche Mehrheit, fordern Gerechtigkeit ein“, so die Verdianer. Diese Unterschriften wurden an Amtsleiter Jörg Huber übergeben.

Michelle Rohleder, Gewerkschaftssekretärin aus dem ver.di Bezirk Würzburg-Aschaffenburg betont, dass die Forderung sich aus der historisch hohen Inflation ableite. „Unsere Forderung ist wichtig und richtig für die Beschäftigten. Sie ist auch gut für die Wirtschaft insgesamt. Denn nur durch gerechte Löhne gibt es auch weiterhin eine starke Nachfrage.“ Zudem kann der öffentliche Dienst insgesamt nur durch gute Löhne attraktiv bleiben. „Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst halten den Laden am Laufen.“ Das hat sich in der Pandemie insbesondere gezeigt. Damit Stellen auch künftig besetzt werden können, hat der öffentliche Dienst insgesamt einen Nachholbedarf zu anderen Branchen, stellt Rohleder fest.

Das sei ihre erste Aktion des WSA Main. Damit wollen wir zeigen, dass wir alle, von den einzelnen Ämtern, Bauhöfen, Stadtwerken und vielen weiteren Bereichen in der Region und bundesweit zusammenstehen. Der öffentliche Dienst ist sehr vielfältig und für alle Bürger wichtig. Ohne die Beschäftigten gibt es keine Daseinsvorsorge. „Wir zeigen, zusammen geht mehr“, so die Verdianer.

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Schweinfurter Mietspiegel neu aufgelegt

Schweinfurt – Die Stadt Schweinfurt hat den Mietspiegel unter Mitwirkung des Mietervereins Schweinfurt und Umgebung e.V. und des Haus- und Grundbesitzervereins Schweinfurt und Umgebung e.V. mit Stand 01.02.2023 fortgeschrieben.

Der Mietspiegel kann, wie in der Vergangenheit auch, als Anhaltspunkt für Mieten in freifinanzierten Wohnungen im Stadtgebiet verwendet werden. Für Wohnungen, welche mit öffentlicher Förderung gebaut wurden oder werden (sozialer Wohnungsbau), kann der Mietspiegel nicht als Richtlinie genutzt werden, solange für diese Wohnungen Bindungen nach dem Bayer. Wohnungsbindungsgesetz bestehen.

Der Mietspiegel stellt eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete dar. Er erfüllt nicht die wissenschaftlichen Voraussetzungen, die gem. den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches an einen sogenannten „qualifizierten“ Mietspiegel gestellt werden.

Die im Mietspiegel enthaltene und für den gesamten Stadtbereich gültige Tabelle beinhaltet die ortsüblichen Vergleichsmieten als Orientierungswerte, jeweils unterteilt nach Wohnungsgrößen und –qualitäten sowie nach den Baujahren der Objekte. Das im Mietspiegel zur Bestimmung der Wohnungsqualität enthaltene Punktesystem wurde bezüglich der Modernisierung der Heizungsanlage ergänzt. Zudem wurde das Punktesystem für den Endenergiebedarf des Gebäudes verändert.

Unter Berücksichtigung der in den vergangenen zwei Jahren festgestellten Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt im Stadtgebiet Schweinfurt waren die als Anhaltspunkt dienenden Mietpreis-Spannen durch moderate Erhöhungen zwischen 1 % und 5 % anzupassen. Dadurch kann sich beispielsweise der Mietpreis je Quadratmeter für eine 60 m² große und gut ausgestattete Wohnung, Baujahr 1955, mit WC, Bad oder Dusche sowie Zentralheizung von 5,40 €/m² auf 5,67 €/m² (340,20 €/monatlich) erhöhen. Für eine in Größe und Ausstattung vergleichbare Wohnung, Baujahr 1995, können künftig monatlich bis zu 7,68 €/m² (460,80 €/monatlich; bisher: 7,46 €/m²) angesetzt werden. Für eine Neubauwohnung mit 60 m² und guter Ausstattung, Baujahr ab 2018, kann eine monatliche Miete bis zu 9,11 €/m² (546,60 €/monatlich; bisher: 9,02 €/m²) vereinbart werden. Bei sehr guter Ausstattung der Wohnung kann sich der Mietpreis bis auf 9,56 €/m² (bisher: 9,47 €/m²), bei kleineren Wohnungen (unter 50 m²) auch bis zu 10,34 €/m² (bisher: 10,25 €/m²) erhöhen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die in der Tabelle genannten Mietpreis-Spannen als Richtwerte zu sehen sind, die Vermietern und Mietern die Möglichkeit geben, die für eine Wohnung angemessene Miete in eigener Verantwortung und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten des Einzelfalles zu vereinbaren.

Der neue Mietspiegel kann ab 01.02.2023 im Internet auf der Seite der Stadt Schweinfurt (www.schweinfurt.de) unter dem Suchbegriff „Mietspiegel“ kostenlos eingesehen und auch ausgedruckt werden. Wer gerne eine Papierfassung des Mietspiegels möchte, erhält diese für 5,00 € beim Bürgerservice im Rathaus.

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Neuer Festwirt für das Schweinfurter Volksfest 2023

Festwirtsfamilie Papert folgt auf Michael Hahn

Schweinfurt – Der langjährige Festwirt des Schweinfurter Volksfestes hat der Stadtverwaltung im Herbst letzten Jahres nach insgesamt 12-jähriger Zusammenarbeit mitgeteilt, künftig nicht mehr am Schweinfurter Volksfest teilnehmen zu können.

Die Stadt Schweinfurt hat nun als Nachfolger die in dritter Generation tätige Festwirtsfamilie Papert aus Bechhofen (Landkreis Ansbach) gewonnen. Die Besucher dürfen sich damit auf urig-gemütliche Atmosphäre im Festzelt und dem großzügig gestalteten Biergarten, der den Plätzen im Zelt atmosphärisch in Nichts nachsteht, freuen. Das Speisenangebot deckt nicht nur die typischen Volksfestschmankerl wie Haxen, Hendl, Spießbraten oder Spanferkel ab, sondern bietet auch Speisen für Vegetarier und Veganer. Hierbei setzt die Festwirtsfamilie möglichst auf lokale Lieferanten und regionale Großhändler.

Volksfestreferent Jan von Lackum zeigt sich glücklich darüber, dass erneut ein klassisches Festzelt auf dem Schweinfurter Volksfest vertreten sein wird: „Es ist immer schwieriger, überhaupt noch einen klassischen Festwirt mit großem Zelt für ein Volksfest engagieren zu können. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der Familie Papert weiterhin auf eine professionelle Zusammenarbeit setzen können. Ich wünsche der Familie Papert viel Freude und Erfolg in Schweinfurt.“

Das Festzelt Papert ist unter anderem seit vielen Jahren auf den Nürnberger Volksfesten vertreten. Zur Eröffnung des Schweinfurter Volksfestes am 09. Juni 2023 lädt es nun auch in Schweinfurt zu einem Besuch ein.

Im Bild von links: Volksfestreferent Jan von Lackum, Joachim Papert, Christian Papert und Volksfestorganisator Manuel Nastvogel

Foto: Stadt Schweinfurt, Kristina Dietz

Es gab mal eine Zeit, da wurde die Presse eingeladen, um eventuell angenehme und unangenehme Fragen zu stellen!

Z.B. Warum dieser Wechsel nach so vielen Jahren Hahn?

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Dickere Lohntüten für die,die das Leben bunt machen

Landkreis Schweinfurt: 35 Maler- und Lackiererbetriebe mit 280 Beschäftigten

Egal, ob Häuserfassade, Küchenwand oder Kratzer auf der Kühlerhaube beim Auto: Maler und Lackierer im Landkreis Schweinfurt machen das Leben bunter und schöner. Für ihre Arbeit bekommen sie jetzt mehr Geld. „Mit der Januar-Lohnabrechnung, die Maler und Lackierer im Februar bekommen, gibt es einen deutlichen Sprung nach oben: Ein Geselle verdient jetzt 18,39 Euro pro Stunde. Er hat damit ein Lohn-Plus von 5 Prozent und 152 Euro mehr im Monat auf dem Lohnzettel, wenn er Vollzeit arbeitet“, sagt Michael Groha.

Der Vorsitzende der Handwerker-Gewerkschaft IG BAU Mainfranken spricht von einem „satten Euro-Anstrich“ beim Lohn, den die IG BAU bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk herausgeholt habe. Neben dem Lohn-Plus hat sich die Gewerkschaft nach eigenen Angaben auch noch für eine Inflationsausgleichsprämie von 600 Euro starkgemacht, die Betriebe, die der Innung angehören, bis zum April auszahlen müssen. Auszubildende bekommen 180 Euro, so die IG BAU. Für die von der Bundesregierung quasi als „Krisen-Puffer-Prämie“ geschaffene Sonderzahlung werden keine Steuern und keine Sozialabgaben fällig. Im Landkreis Schweinfurt gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur 35 Betriebe im Maler- und Lackiererhandwerk mit rund 280 Beschäftigten.

„Wichtig ist auch, dass der Mindestlohn fürs Streichen, Tapezieren und Lackieren deutlich nach oben gegangen ist: Wer den Job nicht gelernt hat und als Seiteneinsteiger arbeitet, muss ab April mindestens 12,50 Euro pro Stunde verdienen. Gelernte Maler dürfen nicht unter 14,50 Euro nach Hause gehen. Das sind die neuen untersten Lohnsockel – die Mindestlöhne im Maler- und Lackiererhandwerk“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende Michael Groha. Auch die Auszubildenden der Branche können sich ab Sommer über ein dickeres Portemonnaie freuen: Maler- und Lackierer-Azubis bekommen ab August 30 Euro pro Monat im ersten und zweiten Ausbildungsjahr mehr. Im dritten Lehrjahr verdienen sie dann 1.015 Euro – und damit 35 Euro mehr als bislang, so die IG BAU.

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Spatenstich für den Neubau der Körner Grundschule in der Bellevue

Schweinfurt – Der Neubau der Grundschule Bellevue ist Teil des Bebauungskonzepts im neuen, zukunftsgerichteten Stadtteil Bellevue in Schweinfurt. Als Ensemble mit dem Neubau der 2-Feld-Sporthalle und den Freianlagen sowie der Kindertagesstätte ergänzt sie auf dem ehemaligen Konversionsgelände Askren Manor das attraktive und zeitgemäße Wohnquartier im Westen der Stadt. In der Anna-Weichsel-Straße (Ecke Edmund-Hornung-Straße)
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Neue Sandsteinmauer vor Filialkirche „St. Wendelin“ in Düttingsfeld

Besonderes Projekt im Rahmen der Straßenwärter-Ausbildung – Mitarbeiter des Kreisbauhofs bauen Sandsteinmauer vor Filialkirche „St. Wendelin“ in Düttingsfeld

Landkreis Schweinfurt. Alles andere als alltäglich ist die Ausbildung zum Straßenwärter bzw. zur Straßenwärterin im Landkreis Schweinfurt. Ein besonderes Bauprojekt am Ortseingang von Düttingsfeld ist dafür ein gutes Beispiel.

Nachdem die Fahrbahn der Kreisstraße SW 46 von Wiebelsberg nach Düttingsfeld auf sechs Meter erweitert wurde, musste die Böschung, die unterhalb der Filialkirche „St. Wendelin“ liegt, durch eine sogenannte Stützmauer abgefedert werden.

Sandsteinmauer setzt Filialkirche „St. Wendelin“ gelungen in Szene

Stützmauern bestehen in den meisten Fällen komplett aus Beton, doch grauer Beton hätte nicht zum Erscheinungsbild der Filialkirche „St. Wendelin“ gepasst. So entstand die Idee, eine Bruchsteinmauer aus Sandstein zu errichten, die das neugotische Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert gelungen in Szene setzt.

Zwei angehende Straßenwärter waren von Beginn an Teil des Bauprojekts. Gemeinsam mit ihrem Ausbilder, einem Maurer und einem Straßenwärter machten sie sich ans Werk. Zuerst galt es ein ausreichendes Fundament und eine Hinterschalung aus Beton und Stahl zu errichten. In einem zweiten Schritt wurden die Steinrohlinge zugeschnitten und mit Hammer und Meißel in Form gebracht, um sie abschließend mit Mauermörtel zu verbinden.

Nachdem Landrat Florian Töpper von diesem besonderen Projekt erfuhr, besuchte er das Team kürzlich direkt vor Ort: „Ich freue mich sehr über das großartige Engagement unserer Mitarbeiter des Kreisbauhofs. Solche Projekte zeigen, wie vielfältig und spannend die Ausbildung des Straßenwärters ist und welch starker Zusammenhalt im Team vorherrscht.“

„Dieses Projekt war für uns eine besondere Herausforderung und hat allen viel Spaß gemacht. Die Sandsteinmauer ist sehr gelungen und bleibt Düttingsfeld hoffentlich noch lange erhalten“, sagte Norbert Müller, Leiter des Kreisbauhofs des Landkreises Schweinfurt.

Nun ist das Bauprojekt fast abgeschlossen. Sobald es wieder wärmer ist, steht als letzter Schritt nur noch die Imprägnierung an.

In einer Bildergalerie unter www.landkreis-schweinfurt.de/aktuelles können sich Interessierte genauer ansehen, wie die Sandsteinmauer entstanden ist.

Im Bild 1: Die fast fertige Sandsteinmauer setzt die Filialkirche „St. Wendelin“ gelungen in Szene.

Foto: Norbert Müller/Landratsamt Schweinfurt

Im Bild 2: Landrat Florian Töpper (2. von links) vor Ort an der Baustelle in Düttingsfeld mit einem Teil des Kreisbauhof-Teams und Leiter Norbert Müller (1. von links).

Foto: Melina Bosbach/Landratsamt Schweinfurt

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Standesamt Schweinfurt veröffentlicht Statistik 2022

Mehr als 1.000 Kirchenaustritte im Jahr 2022

(Zahlen in Klammern stellen die Zahlen der Jahre 2021 und 2020 dar)

Schweinfurt – Im Standesamt Schweinfurt, dessen Bezirk nicht nur Schweinfurt, sondern seit einigen Jahren auch die Gemeinden Dittelbrunn, Geldersheim, Schonungen, Schwanfeld, Üchtelhausen und Wipfeld umfasst, fanden auch im Jahr 2022 erneut zahlreiche Beurkundungen statt. Auffällig im Jahr 2022 ist vor allem der starke Anstieg der Kirchenaustritte.

Die Zahl der Geburten ist im vergangenen Jahr minimal gesunken.
Insgesamt wurden im Standesamt Schweinfurt im vergangenen Jahr 2.170 (2.353/2.381) Geburten beurkundet (1161 Jungen, 1009 Mädchen).  Dabei wurden fünf Babys zu Hause geboren, davon drei in Gemeinden, die die Aufgaben des Standesamtes an die Stadt Schweinfurt übertragen haben. Im vergangenen Jahr wurden dabei 72 Zwillinge geboren. Fast 70 % der Mütter waren verheiratet und ca. 77 % der Mütter sind deutsche Staatsangehörige482 der in Schweinfurt beurkundeten Babys können auch als neue Einwohner Schweinfurts begrüßt werden. Fast 70 % der Kinder haben einen Vornamen, ca. 27 % zwei und ca. 3 % drei Vornamen erhalten. Drei Babys haben mehr als drei Vornamen bekommen. Als beliebteste Namen wurde für Mädchen Mia, Emilia und Marie gewählt, die Jungen haben am häufigsten die Namen Ben, Leon und Leo erhalten.

Die Zahl der Sterbefälle ist im Jahr 2022 nur ganz gering gestiegen, sodass diese Entwicklung nicht ganz dem bundesdeutschen Trend entspricht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.808 (1.792/1.634) Sterbefälle beurkundet (931 Männer, 877 Frauen). 709 Verstorbene hatten ihren früheren Wohnsitz in Schweinfurt, 70 Verstorbene waren ausländische Staatsangehörige.

Die Zahl der Eheschließungen hat sich im vergangenen Jahr nach den beiden durch die Pandemie geprägten Vorjahren wieder leicht erhöht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Standesamtsbezirk Schweinfurt 358 (337/314) Ehen geschlossen. Davon haben 38 Brautpaare hier geheiratet, obwohl sie keinen Wohnsitz im Standesamtsbezirk Schweinfurt haben, zusätzlich haben 52 Paare aus dem Standesamtsbezirk ein auswärtiges Standesamt für die Eheschließung gewählt. Im Rahmen der Aufgabenübertragung hat das Standesamt Schweinfurt 90 Eheschließungen von Paaren aus den Gemeinden beurkundet, insgesamt wurden 68 Trauungen auch in den Gemeinden von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vollzogen. Die an Samstagen angebotenen Trautermine werden gern angenommen und sind oft frühzeitig ausgebucht. Insgesamt wurden in Schweinfurt und in den Gemeinden im vergangenen Jahr an 30 Samstagen 117 Ehen geschlossen.
Knapp dreiviertel der Ehepaare wählten den Namen des Mannes, ca. 8 % den Namen der Frau zum gemeinsamen Ehenamen; insgesamt trägt in 20 Fällen einer der Partner einen Doppelnamen. 66 Paare (gut 18 %) haben keinen gemeinsamen Ehenamen bestimmt.
Im Jahr 2022 wurden im Standesamtsbezirk Schweinfurt acht gleichgeschlechtliche Ehen (drei von Männern, fünf von Frauen) geschlossen.

Die Zahl der Scheidungen von im Standesamtsbezirk Schweinfurt oder ggf. im Ausland geschlossenen Ehen betrug im letzten Jahr 148 (162/165) und ist damit im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken.


Die Zahl der Kirchenaustritte ist im vergangenen Jahr trotz des Anstiegs im Vorjahr auch im Jahr 2022 erneut massiv gestiegen und entspricht damit auch dem bundesweiten Trend.
Insgesamt wurden im Standesamt Schweinfurt 1.080 Erklärungen aufgenommen (718/559), davon 681 Erklärungen von Schweinfurter Bürgerinnen und Bürgern. 335 Personen traten aus der evangelischen, 744 Personen aus der katholischen und eine Person aus einer anderen Religionsgemeinschaft aus.

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Robert Striesow übernimmt stellvertretenden Fraktionsvorsitz der Fraktion „DIE LINKE“ in Schweinfurt

Seit dem 01.01.2023 übernimmt Robert Striesow den stellvertretenden Fraktionsvorsitz der Fraktion DIE LINKE in Schweinfurt.

Bereits letztes Jahr im Juni folgte Striesow dem langjährigen Stadtrat Sinan Öztürk und komplettierte die Fraktion mit Frank Firsching (Fraktionsvorsitzender) und Andrea C. Greber. Am 01.Januar.2023 übernahm Robert Striesow den Posten des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, um den Fraktionsvorsitzenden Frank Firsching politisch vertreten zu können.

Eines der wichtigsten politischen Ziele ist die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der sozialen Gerechtigkeit. Robert Striesow bekräftigt dabei, dass die Beschäftigten der Stadt und ihrer kommunalen Unternehmen gute Arbeitsbedingungen brauchen. Dem zweifachen Vater und Ergotherapeuten ist es zudem wichtig, dass Schweinfurt ein besseres Kinderbetreuungsangebot mit einem Ausbau der Schulsozialarbeit, eine bürgernahe und unkomplizierte Stadtverwaltung und deutlich mehr „Grün“ erhält. Zudem bedarf es aus sozialer und ökologischer Sicht endlich eines kostenfreien Stadtbusverkehrs.

Striesows langfristiges erklärtes Ziel ist es auch, die linke kommunale politische Arbeit, zusammen mit der Fraktion, wieder vermehrt der Bevölkerung bekannt zu machen.

Zitat Striesow „Wir müssen langfristig denken und auch kommunale Unterschiede innerhalb der Parteienpositionen verdeutlichen.“ Robert Striesow betont, dass es wichtig ist, 2026 wieder in gegenwärtiger Fraktionsstärke in den Schweinfurter Stadtrat einzuziehen.

„Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe und wünsche mir einen guten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Schweinfurt, und mit den Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats eine konstruktive und faire Zusammenarbeit.“

Bildquelle: Robert Striesow

Mainfranken News

OB Schuchardt: Mit Zuversicht den Herausforderungen in 2023 begegnen

Rund 400 Menschen waren zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt
Würzburg am heutigen Sonntag ins Rathaus gekommen. Erstmals nach drei
Jahren begrüßte Oberbürgermeister Christian Schuchardt zusammen mit
Bürgermeister Martin Heilig die Bürgerinnen und Bürger wieder vor Ort
im Ratssaal.

Im vergangenen Jahr hätten die Themen der „großen Politik“ die
Tagesordnung in den Kommunen bestimmt, wie noch nie zuvor. So habe unter
anderem der Krieg in der Ukraine mit der größten Flüchtlingsbewegung
seit dem Zweiten Weltkrieg die Stadt Würzburg vor große und anhaltende
Herausforderungen gestellt. Innerhalb weniger Wochen wurden mehr
Unterkünfte organisiert als während der sogenannten Flüchtlingskrise
2015/16. „Das war für die Stadtverwaltung, zuvorderst das Sozialreferat
und das Amt für Zivil- und Brandschutz ein Riesenkraftakt“, so
Schuchardt. Dies konnte nur mit einer überwältigenden Hilfsbereitschaft
der Stadtgesellschaft gelingen, für die Schuchardt unendlich dankbar
ist: „Würzburg hat sich damit erneut von seiner besten Seite gezeigt,
als Stadt mit einem großen Herzen für Menschen in Not. Darauf dürfen wir
stolz sein.“

Das Thema der Unterbringung wie auch Integration der
Ukraine-Flüchtlinge werde die Stadt Würzburg mit zwei weiteren
Problemkreisen auch weiterhin beschäftigen. Durch den Krieg ist auch
deutlich geworden, wie gefährlich die Abhängigkeit Deutschlands von
russischen Energielieferungen ist. Hier gilt es, sich auf mögliche
Stromausfälle vorzubereiten.

Diese Energiekrise hat aber auch zu einem massiven Anstieg der
Energiepreise geführt. Doch keine Kommune, so Schuchardt, sei in der
Lage, die Mehrkosten für Bürgerinnen und Bürger, Vereine und soziale
Einrichtungen aufzufangen. „Hier müssen Bund und Länder für Ausgleich
sorgen – was sie bekanntlich ja auch tun“, betont Schuchardt, der auch
Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Städtetages ist. Eine
wichtige Entlastungsmaßnahme ist das Wohngeld-Plus, das sehr schnell
beschlossen wurde und für dessen kurzfristige Umsetzung die Kommunen
zuständig sind, was diese vor große Herausforderungen stellt. Es muss
Personal gefunden und eingearbeitet, wie auch Räume geschafft werden.

Auch sonst sind im vergangenen „Krisenjahr“ positive Akzente gesetzt
worden und die Stadtentwicklung auf ihrem guten Weg weiter
voranzubringen, so der Oberbürgermeister. Dazu gehört der Ausbau der
Wohnungsnotfallhilfe, die Einrichtung einer Wärmehalle in diesem Winter
oder der Sonderetat zur Unterstützung der freien Kulturszene. „Eine am
Menschen orientierte Kommunalpolitik muss dazu beitragen, Krisenfolgen
abzumildern, und versuchen, die Krisenresilienz der Stadtgesellschaft zu
stärken. Derzeit werde die aufsuchende Sozialarbeit ausgebaut und alle
Stand-orte der Stadtbücherei werden sukzessive zu sogenannten Dritten
Orten mit hoher Aufenthaltsqualität umgebaut.

Zur Bekämpfung der Klimakrise wurden bereits viele Maßnahmen realisiert
oder auf den Weg gebracht. Dazu gehört das integrierte
Klimaschutzkonzept, nachdem Würzburg bis 2040 klimaneutral werden soll.
Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist die Verkehrswende hin zu einer
nachhaltigen Mobilität. Hier wurden ein Job-Ticket und ein Bonusprogramm
eingeführt, eine Taktverdichtung der Straßenbahn sowie die zweite Stufe
des Busnetzes+ beschlossen. Und auch bei der Straßenbahn zum Hubland
sei man auf einem guten Weg.

Mit verschiedenen Projekten wie dem Handlungskonzept Wohnen oder
Lengfeld 22B trägt die Stadt dazu bei, bezahlbaren Wohnraum in Würzburg
zu schaffen. Und auch für das Faulenbergareal hat der Stadtrat einen Mix
aus Gewerbe, Kultur und Wohnen beschlossen. Im Stadtteil Hubland leben
bereits jetzt rund 2000 Menschen und werden nach Abschluss des Projektes
insgesamt etwa 5000 Menschen wohnen.

Auch wenn derzeit offen sei, wie es mit der Multifunktionsarena
weitergehe – sie wäre eine Riesenchance für Würzburg, betont der OB.
Derzeit ginge es vor allem darum, die finanzielle Lücke zu schließen
oder das Projekt fallen zu lassen. „Einfach einschlafen zu lassen, könne
man das Projekt nicht, „dafür ist das Thema als Regionalzentrum auch mir
zu wichtig“, so Schuchardt.

Eine Herausforderung seien aber die städtischen Finanzen, ähnlich wie
derzeit bei jedem privaten Haushalt: „Auch wenn wir als Stadt finanziell
noch lange nicht arm sind, ist unser Handlungsspielraum doch deutlich
kleiner geworden“, so Schuchardt. Zwar seien Würzburgs Finanzen im
vergangenen Jahr robuster als in vielen, vor allem industriegeprägten,
Kommunen gewesen. Doch den Haushalt für das laufende Jahr konnte man nur
mit Mühe ausgleichen. „Finanziell handlungs- und leistungsfähig bleiben
wir als Stadt, wenn wir den Gürtel enger schnallen“, sagte Schuchardt:
„Wir müssen uns bis auf Weiteres darauf konzentrieren, unser hohes
Leistungsniveau aufrechtzuerhalten und die begonnenen Investitionen
erfolgreich zu Ende zu bringen.“

Auch wenn Würzburg und seine Bürgerinnen und Bürger vor großen
Herausforderungen stehen, so „haben wir hier in Würzburg gute Gründe,
zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Wir verfügen über beste
Voraussetzungen, um die anstehenden Transformationsprozesse erfolgreich
zu bewältigen – insbesondere haben wir unsere Mitbürgerinnen und
Mitbürger, die diese Stadt gestalten“, dankte Schuchardt der gesamten
Stadtgesellschaft.

Städtetagspräsident: Gemeinsamkeiten finden statt Schubladen-Denken

Dem Gastredner des Neujahrsempfangs, Markus Lewe, Präsident des
Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster scheint
es in Würzburg zu gefallen. In seiner launigen Rede, in der er zu Anfang
beichtete, noch hier gewesen zu sein, doch unbedingt wiederkommen wolle,
nahm er die Würzburgerinnen und Würzburger gleich für sich ein. Thema
seiner Neujahrsrede war das Glück: glückliche Bürgerinnen und Bürger in
einer glücklichen Stadt: Auf der Brücke mit Blick zum „Kastell“ habe er
viele glückliche Menschen gesehen, kokettierte Lewe und ordnete sodann
Randersacker („immer Stau auf der A3“) als Teil Würzburgs ein, was ihm
teils gespielte Empörung, teils Lacher des Publikums einbrachte.

Er lebe schließlich in einer Stadt, die viel eingemeindet habe,
rechtfertigte sich der Städtetagspräsident und wünschte den
Besucherinnen und Besuchern des Neujahrsempfangs „ein glückseliges Neues
Jahr.“ „Die Kernvoraussetzung dafür ist“, so Lewe, „wie wir miteinander
umgehen und wie resilient, auch geistig resilient, unsere Gesellschaften
sind, um gemeinsam Krisenzeiten zu überstehen. Wenn sich jeder, der in
der Stadt wohne, irgendwie dazugehörig fühle, ist dies die Basis für
Resilienz.“ Dazu brauche es Aufmerksamkeit – auch für die Menschen am
Rande der Gesellschaft. Hingegen verurteilte er den „profanen
Glaubenskrieg: Wir klassifizieren in Veganer, Klimaschützer,
Vielflieger. Wir sollten diskutieren und wertschätzen, gemeinsam
entwickeln – ohne moralischen Rigorismus oder moralische Habgier“,
forderte er vehement auf. Alle seien gefordert, eine Kultur von
Vertrauen und Ehrlichkeit aufzubauen.

Würzburg bezeichnete Lewe nicht nur als „europäische Idealstadt“
aufgrund ihres Erbes, ihrer Kleinteiligkeit, ihrer Mobilitätsideen,
ihrer Integration und ihrer Struktur. Er lobte gar ihre „tolle
Radverkehrsinfrastruktur“: „Wenn wir Verkehr bündeln und Einwohnerinnen
und Einwohner ihre Wege mit dem Rad zurücklegen, können die von außen
die anderen Wege nutzen. Das macht eine Stadt glücklich.“ Eine Balance
zwischen Gemeinwohl und Handel sei gefragt: „Geld und Wert sind ein
wichtiger Unterschied. Und manchmal macht eben an einer Stelle ein Park
glücklicher als ein Parkplatz.“

„Die Wahrheit ist aber auch“, postulierte der Städtetagspräsident und
nahm damit den Faden von Würzburgs Oberbürgermeister Christian
Schuchardt auf: „Wir können nach dem 24. Februar 2022, dem Beginn des
russischen Angriffskriegs, nicht mehr so weiterleben wie zuvor.“ Zwar
würden umfangreiche Mittel des Staates in verschiedene Hilfsprojekte
gesteckt, doch diese seien endlich und gingen auf Kosten des Glücks der
Jugend. „Stattdessen“, fordert Lewe, „müssen wir jetzt in Wissen-schaft
und in Forschung investieren, damit wir dauerhaft mit modernen Formen
des Energiesparens und des Energiespeicherns leben können. Unsere
Kernhaltung muss ein Dreieck aus sozialen, ökonomischen und ökologischen
Aspekten sein und alle ansprechen. Klimathemen müssen „Stolz“-themen
werden und unsere Haltung zu Menschen in Handwerksberufen muss sich
signifikant verändern. Wer baut denn die Photovoltaikanlagen? Das zieht
die Frage nach sich, ob unser Schulsystem noch ist.“

Eine weitere Herausforderung von Städten sei die Schaffung bezahlbaren
Wohnens. „Wir müssen auch an die Mitte der Gesellschaft denken, wenn
schon Ärzte mit Kindern Schwierigkeiten haben, ein Haus zu bauen.“ Mit
den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam hin zu einer glücklichen Stadt in
guten Wohnungen und glücklich machenden Wohngebieten, das schaffe
Vertrauen und sorge für glückliche Menschen, schloss er seine Rede im
Ratssaal der Stadt Würzburg.

Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang vom ukrainischen Chor
von Mrija e.V., der für seine Lieder aus der Ukraine viel Applaus bekam.
Nach den Reden fanden sich die Gäste noch in Wappensaal, Ratssaal und
Oberem Foyer zu Gesprächen zusammen.

Bilder

0122 NJE-45: Oberbürgermeister Christian Schuchardt beim
Neujahrsempfang. Foto: Claudia Lother

0122 NJE-48: Etwas Würzburg für zu Hause – Oberbürgermeister Christian
Schuchardt überreicht Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetages,
ein Weinpräsent. Foto: Claudia Lother

NJE_23 – ian-7: Markus Lerwe, Präsident des Deutschen Städtetages.
Foto: Christian Weiß